Die Gute Form 2021 | Tischler-Innung Wettbewerb

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15. Juli 2021. Glasfoyer der Jobelmann-Schule Stade. Die Tischler-Innung Stade lud gemeinsam mit der Jobelmann-Schule Stade zum nunmehr 31. Male zum Tischler Wettbewerb „Die Gute Form“. 19 Teilnehmer aus dem 2ten und 3ten Lehrjahr wollten sich und ihr Können messen. „Der Wettbewerb ist beliebt bei Azubis und Betrieben gleichermaßen. Es ist auch ein erstes Probieren und ein Probelauf für die Gesellenprüfung und die Zeit nach der Ausbildung“, beschreibt Vertreter der Tischler-Innung Jörg Kresken den Wettbewerb.

Die Auszubildenden fertigen ein Werkstück nach Ihren Vorstellungen und Wünschen und das: „…in Ihrer Freizeit, nach Feierabend oder am Wochenende. Sie sind damit ein Vorbild über die Grenzen Ihres Berufsbildes hinweg. Etwas EXTRA gemacht zu machen, ist das, worauf jeder hier heute stolz sein kann! Sie haben sich engagiert, interessiert und sicherlich viel gelernt“, so Schulleiter + Oberstudiendirektor der Jobelmann-Schule Stade Dieter Janzen, der zu den Anwesenden ein paar passende Worte parat hatte. Janzen selbst sei jedes Jahr aufs Neue begeistert welch ausgetüftelte Möbelstücke von solch jungen Handwerkern ausgestellt würden: „In jedem Jahr finde ich Möbelstücke, die ich mir sofort selber ins Eigenheim stellen würde, doch leider reicht der Platz dafür nicht aus“, schmunzelte der Schulleiter.

Dem pflichtete auch der Sponsor der Ehrenpreise bei. Kai Trabandt der Firma Eisen Trabandt ist seit jeher an der Seite des Wettbewerbes und stellt für die drei Erstplatzierten jeden Jahrganges Sach- und Geldpreise zur Verfügung: „Es ist uns eine Freude den jungen Handwerker*innen mit den Preisen eine angemessenen Respekt für ihre Leistung zu zollen.“ Eine Handvoll der ausgestellten Möbelstücke finden, wie jedes Jahr, ab September Platz in den Geschäftsräumen des Sponsors, um von dessen Kundschaft und Besuchern begutachtet zu werden.

Wettbewerbsorganisator und Berufsschullehrer Frank Beese war froh, dass dieses Jahr ein kleiner Wettbewerb stattfinden konnte. „Es ist nicht leicht diese EXTRA Arbeit und EXTRA Termine mit allen Akteuren*innen unter einen Hut zu bekommen, mit Corona noch weniger. Aber 2021 haben wir uns nicht nehmen lassen, den Wettbewerb in seiner Tradition in kleinem Rahmen durchzuführen.“ So Beese.

Die Jury bestand in diesem Jahr aus dem Bildhauer Thomas Werner, der Modeexpertin Raja Sinno und der Holz-Referendarin Wiebke Lohmeyer, die durch ihre Tischlerausbildung den Blick für die fachlich korrekte Ausführung mitbrachte. „Alle drei sind beruflich und persönlich nah am Gestalten und am Gestalterischem. Sie haben aus drei unterschiedlichen Perspektiven auf die Werkstücke geschaut und waren sich am Ende unwissentlich einig. Die Punkteverteilung war bei jedem Stück sehr nah beieinander,“ so Tischlermeister Kresken.

Die Übergabe der Urkunden verlief dann, Corona-konform, mit Abstand und zügig ab. Die Ausstellung ist nach den Schulferien bis zum 9.9.2021 im Glasfoyer der Jobelmann-Schule zu den Öffnungszeiten geöffnet. Besucher*innen mögen sich vorher im Sekretariat melden. Danach sind ausgewählte Stücke bei Eisen Trabandt in Stade ausgestellt.

Aman Hassani ist 2016 aus seinem Heimatland Afghanistan nach Deutschland gekommen. Hier beginnt seine neue Reise. Der 35-jährige lebt mit seiner Familie in Cadenberge und lernt den Tischlerberuf im Innungsfachbetrieb Manfred Hölting GmbH Burweg. „ich habe schon immer handwerklich gearbeitet, in meiner alten Heimat mit vielen verschiedenen Platten- und Werkstoffen. Hier in Deutschland habe ich lange als Bauhelfer gearbeitet – ich wollte es dann aber von Grund auf lernen und bin in die Ausbildung gestartet“, erklärt Aman seinen Weg bis ins 3te Lehrjahr. Die Gute Form ist für ihn ein Probelauf für die Gesellenprüfung. Sein Möbelstück für die Gute Form ist der erste Teil  eines größeren Werkes: „Der Nachtschrank bekommt natürlich noch Gesellschaft von einem zweiten Nachttisch. Dazu wird es dann ein passendes Bett geben und alles verbindet sich durch ein Kopfstück.“ so  Amans Plan. Dass Pläne manchmal aufgehen, hat Aman nun bei dem Wettbewerb erlebt – sein Nachttisch wurde zum Sieger des 3. Lehrjahres gekürt. „Es besticht durch Materialauswahl, Konstruktion, Form und Funktion. Damit hat er sich den Sieg mehr als verdient“, so Jörg Kresken und weiter: „Wir sind gespannt, ob wir bei seinem Gesellenstück Ende August einen weiteren Teil seines Puzzles sehen dürfen“.