Stolz und Rückenwind: Die 15 neuen Maurergesellen feiern ihre Gesellenprüfung 2021

Bilder Download – bis 1.11.2021, danach per mail an koch@khw-std.de

15.07.2021 – Technologiezentrum des Handwerks Stade. Der Schweiß steht den jungen Handwerkern noch auf der Stirn. Die diesjährige Gesellenprüfung ist just vorbei, da geht es auch schon Richtung Gesellenbrief.  „Wir sind weiterhin an die nötigen Hygienemaßnahmen gebunden – Corona macht es uns auch in diesem Jahr nicht einfacher. Doch ein Gutes hat es – Sie bekommen direkt nach Ihrer Prüfung, Ihren Gesellenbrief überreicht“, steigt Obermeister Max-Herbert Gellert in den kleinen feierlichen Rahmen ein.  Diszipliniert und erwartungsvoll wurde in den Werkhallen des TZH die diesjährige Abschlusszeremonie gefeiert. Erst wenige Minuten zuvor hatten die Absolventen ihre praktische Gesellenprüfung abgelegt und konnten ihren Azubistand gegen das Gesellendasein ablösen: „Gut für die Baubranche, die trotz Corona weiter bauen kann – Sie sind DAS Fachpersonal, das am Markt händeringend gebraucht wird“, so Obermeister Gellert.

Den langersehnten Gesellenbrief nahmen 15 von angetretenen 25 Facharbeiter entgegen. „Seien Sie nicht allzu enttäuscht, wenn es nicht auf Anhieb geklappt hat, Sie haben alle eine weitere Chance, die Sie nutzen sollten“, pflichtete Prüfungsausschussvorsitzender Andree Kaatz den Handwerkern bei.

Diesen Rückenwind spürten alle bei der Übergabe der Gesellenbriefe – jeder bekam seinen verdienten Applaus und Glückwünsche oder Mut zugesprochen. „Der Berufsethos, der uns Handwerkern innewohnt und auch am Bau oftmals anzutreffen ist, bestimmt auch hier die Stimmung. Wir stehen zusammen und halten uns den Rücken frei“, beschrieb Gellert die loyale Situation.

Mit Mut und Geduld durch die Achterbahn des Lebens

 „Digitalisierung, lebenslanges Lernen, und und und – die vergangenen 1,5 Jahre haben uns gezeigt, dass es noch ganz andere Herausforderungen geben kann, auf die wir uns nicht vorbereiten können“, so der Obermeister. Er pflichtete den jungen Männern bei: „Bleiben Sie flexibel im Leben und im Kopf – denken Sie nicht immer geradeaus, sondern auch in Achterbahnen – Corona war jetzt Ihre erste Attraktion – mit dem herrschenden Materialmangel ist der nächste Looping nicht weit!“ Mit viel Mut und noch mehr Geduld würden die Handwerker aber auch diese Herausforderung meistern, sei sich Gellert sicher.  

Zwei Freunde ziehen gemeinsam an allen vorbei.

Zwei der diesjährigen Absolventen konnten ihre Ausbildung mit einer Glanzleistung beenden. Beide erzählen mit viel Enthusiasmus von ihrem beruflichen Weg in die Bau-Branche und legten ihre Prüfung mit rund 78% (Jonas  Deboße, links) und 85% (Fynn Meyer, rechts) ab.

Fynn Meyer – der Name ist Programm. Der 20- jährige Junior des Innungsbetriebes H.P Meyer aus Guderhandviertel legte seine Gesellenprüfung mit knapp 85% ab und wurde damit Innungsbester seines Jahrganges. Der Jorker Maurergeselle lernte sein Handwerk im Innungsbetrieb H. Wiebusch Bauunternehmen GmbH, Kutenholz-Mulsum.

Fynn hat Handwerk im Blut – schon früh verbrachte er seine Freizeit im elterlichen Baubetrieb und schnupperte Baustellen-Luft. „Für mich war schnell klar, dass der Bau meine berufliche Zukunft sein wird“, so Fynn. Nach seinem Abschluss wird Fynn im elterlichen Betrieb arbeiten: „…, dann Meisterschule und/oder Betriebswirt – mal sehen, doch am Ende wird der Weg Richtung Betriebsnachfolge gehen.“ Fynn Meyer freut sich auf seine Zukunft: „Jetzt will ich erstmal arbeiten. Ich möchte die Baustelle noch nicht so schnell mit dem Bürostuhl tauschen“. Man sei den ganzen Tag draußen, immer unter Leuten, auf der Baustelle herrsche meistens gute Stimmung – es machte einfach Spaß, plädiert Fynn für seinen Beruf. Nun kann er seinen Arbeitsalltag mit seinem Kumpel Jonas Deboße verbringen, der als Innungszweiter bei HP. Meyer seine Ausbildung abschloss und nun als Geselle im Betrieb an die Arbeit geht.

Jonas Deboße ist 20 jahre jung, lebt in Jork und lernte im Innungsberieb HP. Meyer GmbH Bauunternehmen Guderhandviertel. Er schloss seine Ausbildung nur wenige Punkte hinter seinem Kumpel Fynn Meyer mit 77% ab. Jonas ist ohne familiären Background ins Handwerk gestartet: „Fynn hat mich von seinem Berufswunsch mitgerissen und überzeugt, nach zwei Praktika war der Weg in die Ausbildung dann klar. Am Anfang braucht man ein paar Wochen, um sich an die körperliche Arbeit zu gewöhnen, doch dann geht es einem einfacher von der Hand“, beschreibt Jonas seinen Start in die Ausbildung. Für Jonas geht es in ein paar Jahren vielleicht zum Meister oder anderen Fort- und Weiterbildungen, doch auch er freue sich nun erstmal auf die kommende Zeit als Geselle. Jonas Familie fanden den Schritt ins Handwerk gut: „Man hat immer eine Perspektive, man ist immer gefragt und es ist eine Arbeit die zufrieden und stolz macht“, so Jonas.

Von links, hintere Reihe: Max-Herbert Gellert Obermeister Bauhandwerks-Innung Stade | Andree Kaatz, Studienrat + Prüfungsausschussvorsitzender | Altgeselle Ulrich Dammann | Jan Peters Lehrlingswart Maurer Bauhandwerks-Innung Stade. Mittig Innungsbester Fynn Meyer