19 Zimmerer*in bestehen ihre Gesellenprüfung und sind bereit für die Zukunft!

Bilder Download bis 1.11.2021, nach über koch@khw-std.de.


03.07.2021, Technologiezentrum des Handwerks (TZH) Stade. Ein langer Tag liegt hinter den Prüflingen des Zimmerer-Handwerks. Hop oder Top: Der Samstag war für die 25 Azubis entscheidend, die praktische Gesellenprüfung hat ihnen nochmals alles abverlangt. „Ich sehe in erschöpfte, aber auch erleichterte Gesichter“, beginnt Obermeister Max-Herbert Gellert seine Ansprache und fügt an: „Viele von Ihnen bekommen heute ihren Gesellenbrief, bleiben Sie am Ball, machen Sie weiter und bleiben Sie immer flexibel.“ Lehrlingswart der Zimmerer Niels Lühmann pflichtete auch denen bei, die es heute nicht ganz geschafft haben. „Lauft nicht gleich weg, lasst uns gleich sprechen – wir finden einen Weg, hier bleibt keiner auf der Strecke“, machte er den sechs der 25 Junghandwerker*innen Mut. Unter den Zimmerergesellen*innen waren 70% betrieblich zugehörig aus Stade, 30% aus Cuxhaven und Rotenburg. „Wir in Stade bieten die Lehrgänge und die Abschlussprüfungen an, eine Kooperation, die seit vielen Jahren wunderbar funktioniert“, so Lehrlingswart Lühmann.

Kleine „Freisprechung“ im TZH Stade – Corona Frust und Freude zugleich!

19 Prüfungsteilnehmer*innen waren sichtlich erleichtert, als das „Wertpapier“ den Besitzer wechselte und sie ab diesem Moment als Zimmerergesell*in durchs Berufsleben gehen dürfen. Mehrere der Junghandwerker*innen legten ihre Prüfung mit besonders guten Leistungen ab.

Lars Pätow bestand seine Prüfung mit 90%/97%. Der 20-jährige aus Jork lernte sein Handwerk im Innungsbetrieb Manfred Hölting GmbH Burweg. Sein Prüfungskollege Jendrik Böker (19 Jahre alt  aus Stade) lernte im Hause des Innungsbetriebes König Zimmerei Stade und schloss die Prüfung mit 89%/95% ab. Die beiden Stader Innungsbesten sind stolz auf ihre Besten-Leistung. Beide leben und lieben ihr Handwerk und verbleiben weiterhin in ihrem Handwerksberuf.

Trotz Corona-bedingtem Ausfall der sonst so festlichen Freisprechung, ließen die Offiziellen aus Prüfungsausschuss, Innungsvorstand und Lehrern die Prüflinge nicht im Regen stehen. „Natürlich hätten wir uns das alles anders gewünscht“, so Obermeister Gellert, dennoch: „Jetzt gibt es die Gesellenbriefe schon Minuten nach der abgelegten Prüfung – ab Montag arbeiten Sie eigenverantwortlich als Zimmergesell*in!“ Damit blieb es außerdem bis zum Schluss spannend, wer es geschafft hat und wer nochmal nachsitzen muss. „Es ist ein schwerer Gang, das wissen wir alle. Kopf hoch, das ist nicht das Ende, es ist ein neuer Anfang“, so Lehrlingswart Lühmann. Die Erleichterung war den 19 erfolgreichen Zimmerergeselle*innen bei jedem Gang nach vorne ins Gesicht geschrieben, als die erlösenden Worte: „Prüfung somit bestanden“ fielen.

Zwei Innungs- und Jahrgangsbeste mit über 90% und eine Dame, die ihre Frau steht!

Nach dem Abitur in Rekordzeit zum Innungsbesten Zimmerergesellen

Lars Pätow hat sich nicht viel Zeit gelassen – in Rekordzeit eilte der 19-jährige nach seinem Abitur durch die Zimmererausbildung, verkürzt auf zwei Jahre, und sprintet nun weiter an die hochschule21 zum Studium des Bauingenieurwesens. Seine Ausbildung absolvierte der Junggeselle im Innungsbetrieb Manfred Hölting GmbH Burweg. „Ursprünglich wollte ich direkt nach dem Abi ins Studium starten, die Ausbildung dazwischen zu schieben, hat mir aber im Nachhinein wirklich sehr gut getan und das würde ich immer wieder so machen“. Der Zimmerergeselle begeisterte sich besonders für eine Sache in seinem Beruf: „Wenn man abends gesehen hat, was man geschafft hat, mit den eigenen Händen, das macht jeden Tag aufs neue Stolz“.  

Wenn Räume entstehen macht das Handwerk besonders Spaß

Jendrik Böker hat das Handwerk im Blut, sein Großvater war ebenfalls Zimmermann und hat dem Junggesellen das Arbeiten mit Holz an die Hand gegeben. „Trotzdem habe ich auch ein Praktikum als Tischler absolviert, was meinen Berufswunsch aber nur weiter bestätigte“, so Jendrik. Der 19-jährige aus Stade lernte im Innungsbetrieb König Zimmerei Stade und freut sich auf die kommenden Jahre als Geselle: „Mit Holz arbeiten – das ist was ganz Besonderes. Fachwerk und Innenausbau und sehen, wie neue Räume entstehen, das ist Zimmermannshandwerk“.

Erst Abi, danach Ausbildung, und weiter an die Uni.

Neele Sophie Averdiek lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen: „Natürlich muss man auf dem Bau mal auf Durchzug stellen“, schlussfolgert aber weiter: „das ist aber keine Eigenschaft, die speziell Frauen haben müssen in diesem Beruf“, scherzt Sie weiter. Neele sieht ihren Schritt ins Zimmererhandwerk nicht als besonders mutig: „Darüber habe ich mir nie wirklich Gedanken gemacht, ich mache einfach das, was mir Spaß macht“, resümiert die 21-Jährige. Die Cuxhavenerin hat nach ihrem Abitur bewusst den Weg in die Handwerksausbildung gewählt: „Mein Ziel war das Bauingenieurstudium, dafür und für die Zukunft wollte ich aber die Basis sehen und erlernen“, beschreibt Neele. Sie wird nun an der hochschule21 in Buxtehude ihr Studium beginnen.


Bildunterschrift Übergabe: Hinten von li.: Obermeister der Bauhandwerks-Innung Max-Herbert Gellert | Gesellenbeisitzer + Prüfungsausschussvorsitzender Andree Kaatz | stv. Obermeister + Lehrlingswart Zimmerer der Bauhandwerks-Innung Niels Lühmann | Olaf Guthahn Meisterbeisitzer |  Gesellenbeisitzer Jörg Blech