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Foto: Lehrlingswart Klaus Käsehage, stellvertretender Obermeister und Gesellenprüfungs-ausschussvorsitzender Jürgen Brahmst-Sörensen mit 4 der 5 Absolventen und dem Gesellenbeisitzer Peter Brand.

Handwerk ist: Ehrlich, lohnenswert, zukunftsorientiert und wertstabil.

09.09.2022. Stade. Zur Einkehr. Eine kleine und feine Freisprechungsfeier im “Holsteiner Cox” des Stader Traditionshauses „Zur Einkehr“. Die Dachdecker-Innung Stade feiert seine Absolventen. Mit Freunden und Familie dinierten sie feierlich und stießen auf den erfolgreichen Abschluss der Handwerksausbildung an. “Bleiben Sie dem Handwerk erhalten“, bat Prüfungsausschussvorsitzender Jürgen Brahmst-Sörensen das kleine, aber feines Lot der neuen Dachdeckergesellen.

Absolventen 2022:

Marcel Aust,  Fittschen Bedachungen GmbH & Co.KG, Sauensiek

Marco Kieckhäfer,  Fittschen Bedachungen GmbH & Co.KG, Sauensiek

Henning Smidt,  Fittschen Bedachungen GmbH & Co.KG, Sauensiek

Benjamin Wichern,  H. -G. Meier u. Sohn, Harsefeld

Lucas Akira    Ahrendt,  Dachdeckerei Kühn GmbH & Co.KG, Horneburg

 

Brahmst-Sörensen bat auch die Betriebe, Gesell*innen und Inhaber*innen sich die Arbeit in der Innung zu Herzen zu nehmen. “Neuwahlen im Vorstand oder auch dem Prüfungsausschuss sind auf euren Engagement angewiesen, damit wir die Prüfungen hier vor Ort und mit unserer Handschrift durchführen können. Es braucht einfach mehr von denen, die sich engagieren, mitgestalten und ausgestalten wollen.” Daran könne man, auch als junger Mensch, nur wachsen. Zudem bringt die Arbeit einen zusammen, man sei mehr Kollege statt Konkurrent und besonders in diesen Zeiten sei das: “Unsere größte Aufgabe, enger zusammen zu rücken, an einem Strang zu ziehen und gemeinsam nach vorne zu blicken. In allen Belangen”, so Brahmst-Sörensen und titelt weiter: „Zeigen Sie der Welt da draußen wie ehrlich und bereichernd die Arbeit im Handwerk ist, werben sie dafür, indem sie selber mit gutem Beispiel voran gehen.” Er macht auch klar, dass wir mehr von den Fachmännern und Fachfrauen bräuchten, denn ohne einen kräftigen Anstieg der Nachwuchszahlen siehe er schwarz: “Das reicht einfach nicht – den Kunden muss klar sein, dass die Wartezeit auf Handwerker sehr sehr lang sein wird.” Und genau diese seien es doch, die ihrem Nachwuchs das Bild vom Handwerk vermitteln müssen, wie es ist: “Ehrlich, lohnenswert, zukunftsorientiert und wertstabil.”

Einen echten Freundschaftsdient bewiesen: Innungsbester wurde erfolgreich vom Kumpel umworben und peilt nun die Meisterschule an

Marco Kieckhäfer (23 Jahre aus Harburg-Wistedt),,  Fittschen Bedachungen GmbH & Co.KG, Sauensiek

 

 

Marco ist morgens aufgewacht und wusste: „Ich werde Dachdecker”. Zuvor hatte ihn bereits ein Freund, der sehr glücklich und zufrieden mit seinem Job ist, auf die Idee gebracht: „…weil ich einfach nicht wusste, was ich nach meinem Realschulabschluss machen soll. Ich bin dann in ein Praktikum gestartet und das hat mir sofort gut gefallen.”  Danach war die Tinte für den Ausbildungsvertrag in Rekordzeit getrocknet. Drei Jahre später hält Marko mit über 87% Gesamtleistung seinen Gesellenbrief in den Händen und das als Innungsbester.  Diese Hände arbeiten nun weiter als Junggeselle beim Ausbildungsbetrieb: „Nächstes Jahr gehe ich zur Meisterschule.”

In 10 Jahren sieht sich Marko, so wie sein Kumpel, glücklich und zufrieden in seinem Job: „Man ist viel unterwegs, man sieht viel von der Welt, keine Langeweile und es macht einfach Spaß.” Dennoch könne man gut abschalten, auch bei Stress: „Es gibt fast nur gute Arbeit, aber wenn ich mir was wünschen könnte, würde ich schiefern und eindecken, da sieht man am Ende am meisten von seinem Handwerk. Abends fährt man dann mit einem guten Gefühl nach Hause, man hat was geleistet hat – mit seinen eigenen Händen”, fasst Marko zusammen. 

2. Innungsbester hatte keine Lust mehr auf Schule - Geld verdienen und glücklich sein.

Henning Smidt (19 Jahre aus Sauensiek),,  Fittschen Bedachungen GmbH & Co.KG, Sauensiek.

 

Nach der 10. Klasse am Gymnasium hat Henning entschieden: „Ich habe keine Lust mehr auf Schule.” Er nahm seinen erweiterten Abschluss mit und löste ihn gegen einen Ausbildungsvertrag ein. Manchmal muss es aber auch gar nicht der große Plan sein und die Fügung schickt einen an die richtige Stelle im Berufsleben: „Ich habe drei Bewerbungen geschrieben. Holz mochte ich schon immer – ich habe mich dann als Tischler, Zimmermann und Dachdecker beworben.” Nach dem Motto – first come – first serve – ging es dann zu den Dachdeckern. Und damit hat Henning wohl ganz unbewusst die richtige Wahl getroffen. Als Zweitbester seines Jahrganges mit über 85% peilt er nun mittelfristig den Meisterbrief an. „Jetzt will ich aber 2-3 Jahre arbeiten, alles andere ist noch weit weg für mich und Zukunftsmusik.“ Zu Recht muss sich Henning keine Sorgen machen und kann ganz entspannt in seinen Berufsalltag starten, denn mit dem Gesellenbrief stehen ihm alle Wege und Türen offen. 

Würde Henning sich etwas aussuchen können, würde auch er schiefern. „Das ist eine der schönsten Arbeiten an unserem Beruf – man sieht, was man geschafft hat, es gibt so viele Varianten und hat hier einen Klecks Kreativität im Beruf.” Am Abend ist Henning auch mal geschafft von der Arbeit, aber: „Geschafft einerseits, auf der anderen Seite stolz zu sehen, was man geschaffen hat!” Und Henning hadert keine Sekunde, die Schule gegen eine Ausbildung eingetauscht zu haben: „Abi und studieren macht heute ja fast jeder – die drei Jahre, die ich noch dranhängen hätte müssen, dafür habe ich jetzt schon gutes Geld verdient und habe in meinem Leben schon was geschafft. Und im Vergleich verdient man heute fast gleiches Geld zu Studierten.” Zum Schluss lässt Henning aber auch nicht ungesagt, dass die Arbeit im Team etwas Besonderes für ihn ist: „Natürlich komme ich auch aus dem gleichen Ort, und auch wenn die Firma recht groß ist, ist es doch wie eine Familie. Jeder kennt sich und kann auch mit jedem. Es ist ein gutes Zusammensein.“

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