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Foto: Die 7 Friseur-Absolvent:innen des Jahrganges 2022 mit der Prüfungsausschussvorsitzenden Heike Umlandt (links), Gesellenbeisitzer Andreas Patzak (3. v.l.), Berufsschullehrerinnen Silke Jepsen (1 v. r.), Sylvia Kirn (2 v.r.) und Angelika Koch (4 v.r.) , dem Leiter des TZH Stade Jürgen Knoll (4 v.l.) und stellv. Landrat Michael Ospalski (4 v.r.).

11.07.2022, Stade, Technologiezentrum des Handwerks Stade.

Sie sind kreativ, haben ein Gespür für Menschen und Trends und sind Teamplayer: Die Friseure. Sieben haben in diesem Jahr die anspruchsvolle Gesellenprüfung bestehen können und halten nun ein Prädikat der Extraklasse in den Händen: Den Gesellenbrief. „Jeder von Ihnen hat sich am ersten Tag des 3. Lehrjahres hier in der Berufsschule einen Wunsch notiert. Ein Jahr später sind diese Wünsche in Erfüllung gegangen“, skizziert Berufsschullehrerin Sylvia Kirn und veranschaulicht weiter: „Glück, Erfolg, die Ausbildung bestehen –  stehen am häufigsten auf Ihren Kärtchen, “ die sie ab jetzt von neuem durch die nächste Phase ihres Lebens begleiten sollen. Denn, „halten Sie Ihre Pläne und Ziele fest im Blick, dann wird Ihr Weg mehr eine Reise als eine Herausforderung sein,“ ermutigt Friseurmeisterin, und Prüfungsausschussvorsitzende Heike Umlandt die Junggesell:innen in ihrem „Tun“. Monika Cumani ist keinem Beruf, sondern ihrer Berufung gefolgt, die sie zur Besten ihres Jahrganges gemacht hat. Auch der „Hahn im Korb“ Burak Özdogru ging mit viel Herzblut ins Friseurhandwerk und hat große Pläne: „Teil eins vom Ziel Visagist ist erledigt – jetzt kommt Teil zwei,“ rahmt der junge Friseur seine Berufsziele in sein Status quo.

Festredner Michael Ospalski musste kurzfristig einspringen, denn der Test von Landrat Kai Seefried leuchtete weiterhin im Doppel. Für Ospalski eine Frage der Ehre, denn er stünde hier nicht nur als Vertreter des Landkreises Stade, er ist „Aus dem Hause Handwerk. KFZ’ler und damit Ihnen verbundener als Sie denken.“ Er brach damit das Eis und brachte es schnell auf den Punkt: „Wir brauchen Sie. Sie als Fachkräfte der Zukunft“, weiter in seiner Ansprache malte er mit seinen Worten ein Bild des Landkreises und forderte zum Ende die jungen Menschen auf: „Wir bauen darauf, dass Sie mit uns unseren Landkreis weiter gestalten. Mit Ihrer Persönlichkeit, mit Ihren handwerklichen Tugenden sind Sie ein ganz wesentlicher Baustein auch für den demokratischen Weg und unser gesellschaftliches Zusammenleben.“

Heike Umlandt führte gemeinsam mit Gesellenbeisitzer Andreas Patzak durch die Veranstaltung und klopfte den jungen Friseur:innen auf die Schulter: „Sie waren mutig! Sie haben sich vom einstigen Frischling zum/zur heutigen Gesell:innen alles erarbeitet.“ Sie fordert auf, weiter über diesen Horizont hinaus zu denken, denn nach oben gäbe es keine Grenzen. Sie wisse auch, wie wichtig jeder einzelnen von Ihnen sei. Gesellenbeisitzer Patzak erhob die Absolvent:innen später feierlich in den Gesellenstand.

Dem Jahrgang 2022 wohnten drei Lehrerinnen Sylvia Kirn, Angelika Koch, Silke Jepsen inne, die zu ihren Schüler:innen ein herzliches und engagiertes Arbeiten pflegten. Aber auch gut gemeinte mahnende Worte fanden ihren Raum: Sie werden sich angewöhnen müssen, Dinge, die mal nicht so rund laufen, Zeiten, die mal nicht so einfach sind oder Wege, die nicht geradeaus verlaufen, aushalten zu müssen. Das sei auch manchmal gar nicht so schlimm, findet Silke Jepsen, denn „das haben andere Generationen auch geschafft und in unseren Multi-Kulti Klassen fänden sich noch ganz andere Ausmaße von „Aushalten müssen“. Diese Worte erdeten die jungen Handwerker:innen und Sie waren dann sichtlich froh über das kleine Geschenk, das Ihre Lehrerin für alle dabei hatte. „Diese brasilianischen Armbänder werden Ihnen mit drei Knoten umgelegt, jeder steht für einen Wunsch“, sobald das Armband von alleine abfällt, gingen der Sage nach die Wünsche in Erfüllung, so Silke Jepsen

Die Freisprechungsfeier war geprägt durch ein lachendes und ein weinendes Auge, gefüllt von großen Worten und großen Zielen. Sichtlich gerührt nahmen die Friseur:innen dieses symbolische Geschenk entgegen und posierten anschließend nach ihrer Freisprechung bei der Übergabe der Gesellenbriefe gemeinsam mit „ihren“ pädagogischen Wegbegleiter:innen für ein Erinnerungsfoto. Stolz, motiviert und voller Enthusiasmus wurde der offizielle Teil beendet.

Jahrgangsbeste wünscht sich viel Farbe und eine Selbstständigkeit in ihrem Leben

Monika Cumani, 21 Jahre jung, kommt aus Oldendorf und lernte dort im Innungsfachbetrieb „House of Hair“ Inhaberin Friseurmeisterin Francisca Schelski. „Ich wusste nicht was ich nach meinem Realschulabschluss beruflich machen möchte, meine Mutter gab mir den Tipp mit der Friseurausbildung“, denn Monika frisierte bereits in ihrer Freizeit gerne. Nach einem Praktikum sind die Zweifel am Beruf sofort verflogen. „In meinem Team bin ich richtig angekommen, das macht jeden Tag richtig viel Spaß“, so Monika, die sich am liebsten um Strähnchen und Männerhaare kümmert. Ausschlaggebend war aber auch: „Der Kontakt zu den Menschen. Das habe ich mir für meinen Alltag gewünscht,“ und der Wunsch hat sich sogar als Jahrgangsbeste erfüllt, darüber war Monika selber überrascht: „Die Prüfung war für mich komplex, ich hatte Angst nicht bestanden zu haben, dann als Beste zu bestehen ist eine sehr große Überraschung“. Monika kann sich langfristig in 10 oder 20 Jahren eine Selbstständigkeit als Friseurin vorstellen, verbleibt nun als Gesellin ihrem Ausbildungsbetrieb.

Männerquote 1.0 – Burak Özdogru, 20 Jahre jung, kommt aus Harsefeld und hatte keine Zweifel an seinem Berufsweg.

Er lernte im Innungsfachbetrieb Scarlet Friseure (Inhaberin Friseurmeisterin Scarlett Matzdorff) in Harsefeld.

Bevor Burak in seine Ausbildung gestartet ist, war ihm noch nicht ganz klar, wohin die Reise gehen sollte. „Ich habe mir Gedanken gemacht und hatte auch eine Lehre als Koch auf meinem Zettel“, aber dann wurde schnell klar, dass er eigentlich nur ins Friseur-Business einsteigen könne. Burak sorgte bereits bei seinen Mitschülerinnen für den richtigen Hairstyle. „Ich wollte einfach wissen, wie das funktioniert – Flechten zum Beispiel“, und dann sei aus der anfänglichen Neugierde schnell ein Hobby und Leidenschaft geworden. Man musste ihn dann nur noch kurz auf den Friseurberuf „schubsen“ und es passte perfekt.

Buraks Weg geht jetzt erst richtig los: „Make-Up! Mein Ziel ist das ganze Große.“ Der 20-Jährige wird sich in Sachen Visagie fort- und weiterbilden. Könnte der junge Friseur sich einen Arbeitstag malen, würden Farben und Strähnchen eine große Rolle spielen, das sei mit Abstand das, was er am liebsten mache: „und zu sehen, wie sich Freude im Gesicht der/des Kund:innen breit macht. Es ist zuerst ein kleiner Nervenkitzel, ob es auch wirklich gefällt, scherzt der Harsefelder, doch das ist es was den Beruf ausmacht: Sofort sehen was man gemacht und geschafft hat und mit einem stolzen und glücklichen Gefühl nach Hause zu gehen“. Seine nächsten Ziele: Berufserfahrung sammeln, Stammkunden aufbauen und „…, dass die Kunden gerne zu mir kommen“. Das war für Burak nicht immer selbstverständlich, zu Beginn musste er seine soziale Distanz erst überwinden: “daran bin ich in meiner Ausbildung am meisten gewachsen und bin stolz heute gerne nah am Menschen arbeiten zu können und zu wollen“.  

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