Muskelkraft und Kreativität – 10 neue Straßenbauer für Stade.

Link für Bilder (bis 1.12.2021, danach bei koch@khw-std.de): drive.google.com/drive/folders/11XSMbpCY8CRP4BsT5wAw14GxSkfyKvnM?usp=sharing

v. li.: Can Topcun, Marcel Deichmeyer , Luca Steffen, Marten Ehlbeck, Jannes Wrede, Vincent Riemer, Rico Behrens, Darge-Tege Schiefke, Lukas Schlichting, Ilija Gromow

30.07.2021, BBS Cadenberge. In der Bauhalle der Berufsschule in Cadenberge wurde nicht nur geschwitzt, sondern auch gezittert, denn: „Heute haben Sie nicht nur ihr Können gezeigt und alles geben müssen, heute bekommen Sie auch ihre wohlverdienten Gesellenbriefe überreicht“, sagt der stolze Lehrlingswart Ulrich Feil zu den neuen Straßenbaugesellen. Feil selbst ist wohl der älteste und zugleich vermeintlich engagierteste Lehrlingswart Deutschlands. „Ich nehme hier jeden unter meine Fittiche, damit aus Jedermann was wird. Bisher habe ich noch keinen, der es wirklich wollte, scheitern sehen.“ Auch in diesem Jahr haben es fast alle geschafft. Von den 12 angetretenen Prüflingen sind 10 mit Gesellenbrief nach Haus gegangen. „Wir lassen hier keinen auf der Strecke, die beiden nutzen jetzt ihre zweite Chance auf ihren Gesellenbrief“, so Feil. Lehrlingswart Ulrich Feil übergab den „…, jungen Burschen, den Gesellenbrief. Nehmt ihn als Anerkennung für Eure Leistung, aber ruht euch darauf nicht aus! Jetzt geht es richtig los!“

Coronabedingt bleibt der festliche Rahmen aus – dennoch spürte man den Stolz und die Zufriedenheit der jungen Handwerker. Im Sand der Bauhalle standen alle reihum und begutachteten ihr gepflastertes Gesellen-Werk: „Wer weiß, was ein rechter Winkel ist, kann schon nicht viel verkehrt machen“, so Rico Behrens, der im Innungsfachbetrieb Wilhelm Henn in Helmste, gelernt hat, erklärt aber weiter: „An die körperliche Arbeit gewöhnt man sich nach einigen Wochen, ein Blick für Symmetrie, Teamwork und meist gute Laune sollte ein Straßenbauer generell mitbringen, wenn er hier Fußfassen will.“


Sein Kollege und Innungsbester Marten Ehlbeck schätz den technologischen Fortschritt seiner Branche sehr: „Natürlich ist der Straßenbau in erster Linie ein HANDwerk, doch auch hier sind mittlerweile viele digitale Maschinen und Technologien im Einsatz, die das Arbeiten effizienter und natürlich kräfteschonender machen“. Er spricht von Drohneneinsätzen, digitale Messverfahren, Steinlegemaschinen, APPs für Betriebsabläufe, Visualisierungssoftware und vielem Mehr, die den modernen Straßenbau heute ausmachen würden: „Nichtsdestotrotz muss man in der Ausbildung durch das traditionelle Handwerk als Basis für später einmal durch. Macht einfach mal ein längeres Praktikum und lasst euch nicht zu schnell entmutigen!“, so Marten. Für ihn sei der Gang über die selbst gebauten Straßen jedes Mal ein ganz besonders Gefühl, das ihn mit viel Stolz erfüllt.

Mit Leib und Seele Handwerker  

Als Innungsbester konnte dieses Jahr Marten Ehlbeck mit einer 2 in der Theorie und einer 1 in der Praxis glänzen. Gelernt hat er im Innungsbetrieb Straßenbau- + Tiefbau Ernst Gerken Rotenburg-Wümme.

Marten Ehlbeck ist der Beste seines Jahrganges. Ende Juli zeigte er in den Hallen der BBS Cadenberge was er drauf hat. Sein Können kommt nicht von ungefähr. Martens Handwerkergeschichte startete an Tag 1 seines Lebens. Als Junior einer Straßenbaufirma wächst er mit dem Handwerk auf. „Man lernt ja nicht in dem eigenen Betrieb –  einfach, um über den Tellerrand zu schauen und sich nicht auf den vermeintlichen Lorbeeren des Status “Sohn“ auszuruhen“, beschreibt Marten seine Lehrbetriebsauswahl. Jetzt will er im Familienbetrieb arbeiten, den Meister machen und den Betrieb irgendwann beerben. Für ihn gibt es drei unschlagbare Argumente für sein Handwerk:

  1. Wenn du ein tolles Team um dich herum hast, macht die Arbeit jeden Tag richtig Spaß.
  2. Es warten jeden Tag neue Herausforderungen auf dich.
  3. Wer nicht nur gerne mit den Händen arbeitet, sondern auch Lust auf Maschinen und neue Technologien hat, ist hier auch genau richtig.

An die körperliche Arbeit gewöhne man sich recht schnell und der Arbeit an der frischen Luft könne Marten eh nur Gutes abgewinnen: „Macht einfach mal ein Praktikum im Straßenbau oder woanders im Handwerk – irgendwie wird man seinen Weg dann schon finden.“. Marten findet übrigens auch: „Eine Frau im Straßenbau wäre auch mal nicht schlecht.“ Seine Tante ist Maurermeisterin, die für viele ein Vorbild sein solle, dass du alles sein kannst, wenn du es nur willst.

Sein Kollege Vincent Riemer belegt den zweiten Platz mit einer Benotung von 2 in der Theorie und 2 in der Praxis. Gelernt hat der 20-Jährige Belumer bei J.D. Hahn, Hechthausen.