Vier neue Gesellen verstärken das Fliesenlegerhandwerk

Vier junge Männer stehen lächelnd vor einem Gebäude und halten orangefarbene Broschüren mit der Aufschrift „Willkommen bei den Profis“. Die Szene ist von blühenden Pflanzen umgeben und vermittelt eine positive Atmosphäre.

Stade, 10. Juni 2026 – Hotel Vier Linden. Die Fliesen- + Natursteinleger-Innung Stade für den Elbe-Weser-Raum hat am Mittwochabend vier Nachwuchskräfte feierlich in den Gesellenstand erhoben. Im Hotel Vier Linden in Stade nahmen die Absolventen um 18 Uhr ihre Gesellenbriefe entgegen. Stellvertretender Obermeister Mirko Jirka gratulierte den neuen Fachkräften und betonte: „Seid stolz auf das, was ihr erreicht habt. Nicht jeder Weg ist einfach, aber ihr habt bewiesen, dass ihr Herausforderungen meistern könnt.“ Gleichzeitig gab er ihnen mit auf den Weg: „Bewahrt euch die Freude an eurem Beruf und zeigt allen, wozu gute Handwerker fähig sind.

Mit Verantwortung in die Zukunft

Für die vier Absolventen markiert die Freisprechung den Abschluss ihrer Ausbildungszeit und zugleich den Beginn eines neuen beruflichen Lebensabschnitts. In seiner Ansprache erinnerte Mirko Jirka an die jahrhundertealte Tradition der Freisprechung. Während sie früher die Loslösung des Lehrlings von seinem Meister bedeutete, steht sie heute für den erfolgreichen Einstieg in ein eigenverantwortliches Berufsleben.

Der stellvertretende Obermeister blickte auf die vergangenen Ausbildungsjahre zurück, die von frühem Arbeitsbeginn, körperlicher Arbeit, Berufsschule und Prüfungen geprägt waren. Gerade diese Erfahrungen würden junge Handwerker stärken und auf ihren Berufsalltag vorbereiten. Nun gelte es, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen selbst zu treffen und gleichzeitig offen für die Erfahrungen älterer Kollegen zu bleiben.

Qualität, die dauerhaft sichtbar bleibt

Besonders hob Jirka den hohen Anspruch des Fliesenlegerhandwerks hervor. „Jeden Abend sieht jeder eure Arbeit. Jeder Fehler wird für immer da sein. Das heißt, Sauberkeit und Zuverlässigkeit sind unser A und O.“ Gerade deshalb seien Sorgfalt, Präzision und Verantwortungsbewusstsein unverzichtbare Eigenschaften in diesem Beruf.

Sein Dank galt auch den Ausbildungsbetrieben, die sich mit großem Engagement für den Fachkräftenachwuchs einsetzen. Abschließend ermutigte er die neuen Gesellen, ihren beruflichen Weg konsequent weiterzugehen – ob mit Berufserfahrung, einer Meisterausbildung oder später vielleicht sogar mit einem eigenen Betrieb. Gut ausgebildete Fliesenleger seien heute gefragter denn je.

Die neuen Gesellen

  • Lando Dierks, ausgebildet bei der Fliesen-Eichhorn GmbH in Verden – Innungsfachbetrieb
  • Dominik Graubner, ausgebildet bei Dietmar Janke in Weste
  • Felix Karras, ausgebildet bei der Fliesen Beverungen GmbH in Burgdorf
  • Jonas Gieschen, ausgebildet bei Fliesen Helfers GmbH & Co. KG in Ritterhude

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Dominik Graubner: Den Lebenstraum mit 34 Jahren verwirklicht

Für Dominik Graubner war der Weg zum Fliesenleger alles andere als geradlinig. Der 34-Jährige aus Lüneburg hatte zunächst den Beruf des Malers und Lackierers erlernt, war anschließend selbstständig und reiste zwei Jahre durch Australien. Dort fiel schließlich die Entscheidung, einen lange gehegten Traum wahr werden zu lassen. „Ich bin in Australien aufgewacht und dachte, ich muss noch irgendwas in meinem Leben machen.“ Schon während seiner ersten Ausbildung habe er eigentlich Fliesenleger werden wollen. Damals habe jedoch das Geldverdienen im Vordergrund gestanden. „Jetzt habe ich keine Familie, keine Kinder, keine Verantwortung – also hole ich meinen Traum nach.

Heute verbindet er beide Gewerke miteinander und blickt bereits auf das nächste Ziel. „Der Meister kommt auf jeden Fall noch. Wahrscheinlich nächstes Jahr oder das Jahr darauf – und dann möchte ich wieder in die Selbstständigkeit.“ Besonders reizt ihn dabei nicht nur die handwerkliche Arbeit selbst, sondern der gesamte Gestaltungsprozess – von der Beratung bis zur fertigen Baustelle. „Ich liebe eigentlich alles daran.

Seinen Beruf beschreibt Dominik Graubner mit den Worten „unendliche Vielfalt, Kreativität und Entfaltung“. Auch in Zeiten von Künstlicher Intelligenz sieht er das Handwerk gut aufgestellt. Zwar müsse sich die Branche mit neuen Technologien beschäftigen, ersetzen könnten Roboter gute Handwerker jedoch auf absehbare Zeit nicht. Deshalb möchte er später auch selbst ausbilden: „Ja, auf jeden Fall.

Felix Karras: Zwischen Handwerk, Hightech und Familienbetrieb

Für Felix Karras stand der Weg ins Fliesenlegerhandwerk schon früh fest. Der 18-Jährige aus Loheide wuchs im Familienbetrieb auf und kam durch Praktika sowie den Girls‘ & Boys‘ Day schon früh mit dem Beruf in Berührung. Nach dem Abschluss der 10. Klasse entschied er sich bewusst gegen den weiteren Schulweg und für eine Ausbildung. „Ich bin da immer mehr reingerutscht und es hat mir einfach Spaß gemacht. Da habe ich gesagt: Das möchte ich werden, das ist meine Berufung.

Nach seiner erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung bleibt Karras seinem Betrieb treu. Dort wartet bereits die nächste Herausforderung: In der firmeneigenen Manufaktur sollen künftig individuelle Waschtische und Sonderanfertigungen entstehen. Dafür wird er sich intensiv mit Wasserstrahltechnik und computergesteuerten Programmen beschäftigen. Sogar eine Schulung in Österreich ist bereits geplant. „Jetzt geht es darum, die Maschinen zu verstehen, Programme zu schreiben und das Gelernte anschließend im Betrieb umzusetzen.

Den Beruf des Fliesenlegers beschreibt der junge Geselle mit einem Wort: Kreativität. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Man kann vieles in der Theorie und in der Praxis umsetzen.“ Auch die Diskussion um Künstliche Intelligenz sieht er gelassen. Zwar gebe es bereits Roboter für einfache Arbeiten, doch anspruchsvolle Baustellen seien weiterhin echte Handarbeit. Gleichzeitig beobachtet er bei seinen Freunden einen Wandel: „Fast mein ganzer Freundeskreis ist inzwischen im Handwerk. Der Trend geht definitiv wieder in diese Richtung.

Privat verbringt Felix Karras viel Zeit mit Sport, engagiert sich bei der DLRG und betreut Zeltlager. Für die Zukunft hat er klare Ziele: Mit 35 Jahren wünscht er sich eine eigene Familie, ein Zuhause, einen Hund – und vielleicht sogar die Übernahme des Familienbetriebs. „Das wäre schon ein Traum.

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Kreishandwerkerschaft Stade

Authorin: Kim Katharina Koch, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

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