43 neue Kfz-Mechatroniker:innen feierlich freigesprochen
Ahlerstedt, 29. Januar 2026. Im Schützenhof Ahlerstedt hat die Kraftfahrzeug-Innung des Kreises Stade am Donnerstagabend 43 frischgebackene Kfz-Mechatroniker:innen feierlich in den Gesellenstand aufgenommen. Obermeister Ulrich Tietjen machte in seiner Rede unmissverständlich klar, warum das Kfz-Handwerk auch in Zeiten politischer und technologischer Umbrüche ein stabiler Beruf bleibt: „Wir halten das Land am Laufen – und wir werden gebraucht, unabhängig von der Antriebsform.“
Die Festrede hielt Carsten Schröder, Leiter der Berufsbildenden Schulen Buxtehude. Er betonte die Offenheit handwerklicher Karrieren und richtete einen deutlichen Appell an den Nachwuchs: „Mit diesem Abschluss stehen euch alle Wege offen – fachlich, menschlich und beruflich.“ Insgesamt hatten sich 52 Prüflinge der Abschlussprüfung gestellt, 43 bestanden erfolgreich.
Ein Abend für den Nachwuchs
Begrüßt wurden die Absolvent:innen, ihre Familien, Lehrmeister:innen und Lehrkräfte durch Obermeister Ulrich Tietjen. Er dankte ausdrücklich den Ausbildungsbetrieben der Kraftfahrzeug-Innung des Kreises Stade, den Berufsschulen, dem Technologiezentrum des Handwerks in Stade sowie dem Gesellenprüfungsausschuss. Auch Vertreter:innen der regionalen Presse begleiteten die Veranstaltung.
Der Blick zurück ging zum Ausbildungsstart am 1. August 2022 mit 75 Auszubildenden. Nach dreieinhalb Jahren Ausbildung, Prüfungen und persönlicher Entwicklung hielten nun 43 junge Fachkräfte ihre Gesellenbriefe in den Händen. „Am Anfang klingt das lange – rückblickend vergeht diese Zeit erstaunlich schnell“, so Tietjen.
Klare Worte zur Zukunft des Kfz-Handwerks
In seiner Ansprache ordnete der Obermeister die aktuelle Lage der Automobilindustrie ein, ohne zu beschönigen. Strukturwandel, politische Unsicherheiten und wirtschaftlicher Druck seien real – änderten aber nichts an einer zentralen Tatsache: Mobilität werde gebraucht. Fahrzeuge würden länger genutzt, intensiver gewartet und repariert.
„Ihr seid längst nicht nur Schrauber“, sagte Tietjen. „Ihr seid Elektriker, IT-Spezialisten, Diagnostiker, Metallbauer – vor allem aber Problemlöser.“ Das Kfz-Handwerk biete krisensichere Arbeitsplätze, Entwicklungsmöglichkeiten und einen breiten Weiterbildungsweg vom Servicetechniker über den Meister bis hin zu Studium oder Selbstständigkeit.
Festrede: Bildung, Verantwortung und Haltung
Carsten Schröder gratulierte den neuen Gesell:innen ausdrücklich zu ihrem Abschluss. Er schilderte seinen eigenen Weg vom Handwerksgesellen über den Meister bis in die Schulleitung und machte deutlich, dass berufliche Entwicklung im Handwerk nicht begrenzt ist.
Einen Schwerpunkt legte Schröder auf gesellschaftliche Verantwortung und Medienkompetenz. Er sprach offen über den Einfluss sozialer Medien, über Konzentration, Lernen und die Bedeutung analoger Erfahrungen. Sein Appell: neugierig bleiben, Verantwortung übernehmen und den eigenen Weg bewusst gestalten.
Zahlen, Fachrichtungen und Ergebnisse
Von den 43 freigesprochenen Gesell:innen entfallen:
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27 auf die Fachrichtung Personenkraftwagentechnik
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3 auf die Nutzfahrzeugtechnik
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13 auf System- und Hochvolttechnik
In diesem Jahr erreichte kein Prüfling die Note „gut“. Entsprechend erfolgte keine Meldung zum Leistungswettbewerb auf Kammer-, Landes- oder Bundesebene.
Freisprechung und Aufnahme in den Gesellenstand
Nach der Übergabe der Prüfungszeugnisse und Gesellenbriefe sprach Lehrlingswart Mike Duschek die Absolvent:innen offiziell aus ihren Lehrverträgen frei. Anschließend nahm Altgeselle Dennis Offermann die neuen Fachkräfte traditionell in den Gesellenstand auf. Ebenfalls engagierter Prüfungsausschussmitglied Johann Tuscherer begleitete seine Absolventen den Abend durch die Zeremonie.
Auszeichnung der besten Absolventen
Ein besonderer Programmpunkt war die Ehrung der drei besten Absolventen. Die Firma Matthies stellte erneut hochwertige Trainingsgutscheine zur Verfügung, mit denen sich die Geehrten gezielt technisch weiterqualifizieren können.
Ausgezeichnet wurden:
- Jannis Leifried, STERNPARTNER SE & Co. KG Stade
- Humam Aldahhan
- Mike Gröger
Absolvent:innen im Porträt
Präzision statt grober Schraubarbeit
Jannes Leifried (Ausbildungsbetrieb STERNPARTNER SE & Co. KG Stade) entschied sich nach der Fachoberschule an der BBS Stade bewusst für eine Ausbildung im Kfz-Bereich. Heute arbeitet er im Mercedes-Umfeld. Seine Begeisterung begann früh – erst an Fahrrädern, später an Rollern. Besonders schätzt er präzise Arbeiten an Motoren und komplexen Baugruppen. „Ich brauche Aufgaben, bei denen man konzentriert arbeiten muss – sonst wird es langweilig“, sagt er. Perspektivisch möchte er sich weiterqualifizieren und spezialisieren. Sein Traumauto: ein Lamborghini Aventador
Technik, Rechenleistung und Kfz-Leidenschaft
Mike Gröger, 27 Jahre alt aus Buchholz, kam über Umwege ins Kfz-Handwerk. Nach Fachabi in Wirtschaft und einer Ausbildung als Wirtschaftsprogrammierer entschied er sich bewusst für die Werkstatt. „Ich wollte mein Hobby zum Beruf machen – und habe es keine Sekunde bereut.“ Auch wenn ihn sein Weg vorübergehend auf eine Bohrinsel führt, bleibt das Schrauben Teil seines Lebens. Langfristig denkt er unternehmerisch, auch außerhalb des klassischen Kfz-Bereichs. Sein Traumauto: ein Chevrolet Impala Baujahr 1967.
Vom Abitur direkt in den Innungsbetrieb
Selina Klindworth, 23 Jahre alt aus Kutenholz, absolvierte ihre Ausbildung beim Autohaus Tietjen in Stade, einem Innungsbetrieb der Kraftfahrzeug-Innung des Kreises Stade. Direkt nach dem Abitur wechselte sie ohne Umwege in die Werkstatt. Besonders faszinieren sie Achsen, Motoren und komplexe Technik. „Der beste Moment ist, wenn alles wieder zusammengebaut ist und einfach funktioniert.“ Klindworth bleibt ihrem Betrieb treu, möchte Erfahrung sammeln und gezielt Fortbildungen absolvieren. Ihr Traumauto: ein Toyota Supra.
Dank und Ausblick
Zum Abschluss dankte Obermeister Ulrich Tietjen allen Beteiligten, insbesondere den Innungsbetrieben, den Berufsschulen, dem Prüfungsausschuss sowie den Familien. „Nur mit diesem Zusammenspiel gelingt es, qualifizierten Nachwuchs für unser Gewerbe auszubilden.“ Die Kraftfahrzeug-Innung des Kreises Stade wünscht allen neuen Gesell:innen alles Gute für ihre berufliche und persönliche Zukunft.
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Für die Presse – Quelle: www.moin-handwerk.de
Fotos: Christian Boldt











