Freigesprochen für Verantwortung und Zukunft

Gruppenfoto von Absolventen und Lehrern in einem modernen Veranstaltungsraum, gekleidet in formeller Kleidung, vor einer Backsteinwand mit Informationsschildern und Bildern.

23 neue Gesellen im SHK-Handwerk starten durch

Am Freitag, 30. Januar 2026, wurden im Technologiezentrum Handwerk Stade 23 Absolventen der Handwerks-Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Stade feierlich freigesprochen. Die Begrüßung übernahm Kai Butty, Prüfungsausschussmitglied und Inhaber eines Innungsbetriebes. Es folgten Ansprachen von Marcel Trautwein, Mitglied des Meisterprüfungsausschusses, Lehrlingswart Frank Beinel sowie dem

Prüfungsausschussvorsitzenden Lars Decker, der die Gesellenbriefe überreichte. „Ihr seid nicht nur Handwerker – ihr seid ein ganz wichtiger Bestandteil dieser Gesellschaft“, betonte Trautwein. Und weiter: „Ich schaue da eigentlich in eine positive Zukunft. Uns kann so

schnell keiner ersetzen.“ 23 neue Fachkräfte stärken damit ein Gewerk, das wie kaum ein anderes Technik, Verantwortung und Zukunft vereint.

Teilnehmer einer Veranstaltung sitzen an Tischen in einem großen Raum, während sie aufmerksam zuhören. Auf den Tischen stehen Getränke und Geschirr. Der Raum ist gut beleuchtet und hat große Fenster.

Klare Worte zum Start – Kai Butty eröffnet den Abend

Kai Butty richtete den Blick zunächst auf die jungen Gesellen selbst. Sein Dank galt den Ausbildungsbetrieben, den Lehrkräften und vor allem den Familien. Ausbildung sei Teamarbeit. Wer heute hier stehe, habe nicht nur Prüfungen bestanden, sondern Durchhaltevermögen bewiesen.

Er machte deutlich, dass mit der Freisprechung kein Endpunkt erreicht sei, sondern ein Übergang beginne: mehr Verantwortung, mehr Selbstständigkeit, mehr Anspruch.

„Ihr seid unverzichtbar“ – Marcel Trautwein über Stolz und Perspektive

Marcel Trautwein wurde grundsätzlich. Mit Verweis auf die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks sprach er von einem starken Motor der Gesellschaft. „785 Milliarden Euro Umsatz – das ist nicht irgendeine Randnotiz.“

Sein Appell richtete sich gegen falsche Bescheidenheit: „Wenn jemand sagt, ihr seid nur Handwerker, dann wisst: Ihr seid einer der wichtigsten Bestandteile dieser Gesellschaft.“

Er warb zugleich für realistischen Ehrgeiz. Meistertitel seien wichtig, aber ebenso wichtig seien starke Gesellen. „Manchmal ist es gut, wenn wir einfach richtig starke Gesellen da draußen haben.“

Wissen müsse weitergegeben werden. Wer 80 Prozent gelernt habe, dürfe nicht nur 40 weiterreichen. Gerade im SHK-Handwerk, geprägt von Energiewende, Digitalisierung und komplexer Technik, entscheide die Qualität der Weitergabe über die Zukunft des Berufs.

Auch beim Thema KI blieb er klar: Unterstützung ja, Ersatz nein. Handwerk bleibe individuell, situativ, menschlich.

„Jetzt geht das Lernen erst richtig los“ – Lehrlingswart Frank Beinel

Frank Beinel führte die Absolventen offiziell aus dem Lehrverhältnis. Seine Botschaft war deutlich: „Jetzt geht das Lernen erst richtig los.“

Internet und Technik seien hilfreiche Werkzeuge – „aber um einen Heizkörper an die Wand zu bringen, braucht es Hände, Werkzeug und Wissen.“

Mit einem Augenzwinkern dankte er der Bäcker-Innung für die Unterstützung während der Prüfungen. „Mit vollem Magen prüft es sich besser.“  Und auch der Hinweis auf verantwortungsvolles Feiern fehlte nicht.

Junger Mann mit Brille in einem Konferenzraum, umgeben von anderen Teilnehmern bei einer Veranstaltung. Der Mann trägt ein weißes Hemd und hört aufmerksam zu, während Getränke und Geschirr auf dem Tisch stehen.

Aufnahme in den Gesellenstand – Lars Decker übergibt die Verantwortung

Mit der Überreichung der Gesellenbriefe durch den Prüfungsausschussvorsitzenden Lars Decker wurde der formelle Akt vollzogen.

„Zeigt, dass ihr euren Titel verdient habt“, gab er den neuen Gesellen mit auf den Weg. Mit der Aufnahme in den Gesellenstand endeten die Pflichten aus dem Lehrvertrag – neue Pflichten kamen hinzu: Vorbild sein, Verantwortung tragen, Qualität sichern.

 

Drei Wege ins SHK-Handwerk

„Ich liebe dieses Handwerkswesen“ – Marcel von Glahn aus Heeslingen

Zwei Männer halten stolz einen Gesellenbrief und eine Werkzeugkiste bei einer Preisverleihung im Bereich Sanitär, Heizung und Klima. Im Hintergrund ist ein buntes Banner des Veranstalters zu sehen.

Marcel von Glahn, 24 Jahre alt aus Heeslingen, startete nach dem Abitur ins Handwerk. Heute arbeitet er bei Wärme aus der Natur Niemann in Fredenbeck, begonnen hatte er seine Ausbildung bei Hustede Haustechnik.

Er wusste zunächst nur, dass es etwas Praktisches sein sollte. „Irgendwas, wo man viel unterwegs ist, viele Leute trifft und viel Neues lernt.“ Der Einstieg war für ihn ein kleiner Kulturschock. „Diese norddeutsche Handwerkskultur – da muss man sich erstmal dran gewöhnen.“ Heute sagt er klar: „So wie ich es kennengelernt habe, liebe ich es auch. Ich würde nichts anderes mehr machen wollen.“

Klischees vom „Klempner, der nur alte Badezimmer aufreißt“ weist er entschieden zurück. Der Beruf sei technisch anspruchsvoll, vielseitig und biete Spezialisierungen vom Heizungsbau bis zum Kundendienst.

Dass er als Innungsbester ausgezeichnet wurde, kam für ihn überraschend. „Habe ich nicht mit gerechnet.“

Montag geht es weiter wie bisher – nur mit Gesellenbrief in der Tasche.

Zwei Männer stehen nebeneinander, wobei der jüngere Mann stolz ein Zertifikat mit der Aufschrift "Gesellenbrief" in der Hand hält. Im Hintergrund ist ein Banner sichtbar, das Informationen über berufliche Weiterbildung im Handwerk bietet.

Vom Wirtschaftszweig ins Werkzeug – Felix Deister aus Buxtehude

 Felix Deister aus Buxtehude lernte beim Innungsbetrieb Lauritsen Haustechnik im Schwerpunkt Heizung. Ursprünglich begann er mit dem Fachabitur Wirtschaft – Büroalltag inklusive. „Das hat mich irgendwie nicht angesprochen.“

Also der konsequente Schnitt. Handwerk statt Schreibtisch.

Handwerkliche Vorerfahrung hatte er kaum. „Ich war vorher nicht handwerklich begabt. Das kam alles durch die Ausbildung.“ Gerade das habe ihn motiviert. Er wollte es können – und hat es gelernt.

Besonders stolz ist er auf größere Heizungsanlagen, die über Wochen geplant und umgesetzt

werden. Wenn am Ende alles läuft, „ist das ein richtig gutes Gefühl.“

In fünf Jahren sieht er sich klar im Handwerk. Meister? Möglich. Aber erst einmal Gesellenjahre, Erfahrung, Verantwortung.

Abgebildet sind ein Ausbilder und ein Absolvent, der stolz seinen Gesellenbrief in der Hand hält. Der Hintergrund zeigt eine Präsentation über Ausbildungsmöglichkeiten.

Zwischen Heizung und Horizont – Robin Virágh aus Stade

 Robin Virágh, 20 Jahre alt aus Stade-Hagen, lernte bei einem Innungsbetrieb im Schwerpunkt Heizungstechnik und bleibt dem Innungsnetzwerk auch als Geselle treu: Künftig arbeitet er bei einem weiteren Innungsbetrieb in Himmelpforten.

Sein Weg war kein geradliniger Enthusiasmus. „Es gab Bereiche, die ich sehr gerne gemacht habe – und andere gar nicht.“ Sanitär reizte ihn weniger, Heizung und Kundendienst dafür umso mehr.

Ein prägendes Projekt war die Heizungsanlage einer Schulmensa mit Hackschnitzeltechnik und internationaler Zusammenarbeit. „Da habe ich am meisten gelernt.“

Die Freisprechung nimmt er gelassen. Stolz ja – aber ohne große Inszenierung. Langfristig denkt er über Meister oder Techniker nach. Sicher ist nur: „Auf jeden Fall im Handwerksbereich.“

Hinweis zu Bildrechten:

Alle Bilder der Veranstaltung dürfen für private Zwecke und für Innungsmitglieder zum Eigennutz verwendet werden. Wir freuen uns über einen Tag oder eine Verlinkung. Kein Innungsmitglied? Fragen Sie hier gerne nach: 

Für die Presse – Quelle: www.moin-handwerk.de

Bild von Kreishandwerkerschaft Stade
Kreishandwerkerschaft Stade

Authorin: Kim Katharina Koch, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

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