Technik, Verantwortung, Zukunft – 57 neue Gesellen für den Elbe-Weser-Raum
30. Januar 2026, Schützenhof Ahlerstedt. Mit Stolz, Humor und klaren Worten hat die Innung für Land- und Baumaschinentechnik Stade für den Elbe-Weser-Raum 57 Absolvent:innen offiziell aus dem Ausbildungsverhältnis entlassen. Zwei junge Frauen und 55 junge Männer nahmen an diesem Freitagnachmittag ihre Gesellenbriefe entgegen. Obermeister Peter Brockmann fand deutliche Worte zur Bedeutung des Berufs und erinnerte daran, dass Land- und Baumaschinenmechatroniker:innen heute „universell einsetzbar wie ein Schweizer Taschenmesser“ seien. Auch Birgit Butter, Landtagsabgeordnete des Niedersächsischen Landtags, gratulierte persönlich und stellte fest: „Das Handwerk ist kein Plan B – es ist ein eigenständiger, stolzer Berufsweg mit Sinn und Verantwortung.“
Fotos: https://www.christianboldt.com/
Ein starkes Handwerk im Elbe-Weser-Raum
In seiner Begrüßung spannte Obermeister Peter Brockmann den Bogen von der Geschichte zur Gegenwart der Innung. Gegründet im Jahr 1940, umfasst das Innungsgebiet heute den gesamten Elbe-Weser-Raum mit den Landkreisen Stade, Cuxhaven, Osterholz, Verden und Rotenburg. Mit aktuell über 330 Auszubildenden in vier Lehrjahren sei die Land- und Baumaschinentechnik eine tragende Säule des regionalen Handwerks.
Die Ausbildung, so Brockmann, sei anspruchsvoll und breit aufgestellt: Berufsschulunterricht an mehreren Standorten, überbetriebliche Lehrgänge im Technologiezentrum Stade sowie die enge Zusammenarbeit von Lehrkräften, Meistern und Prüfern sorgten dafür, dass die jungen Gesellen bestens vorbereitet seien. Sein Rat an die Absolvent:innen fiel klar aus: Weiterbildung sei kein Kann, sondern Pflicht. „Der Hammer wird mehr und mehr durch das Multimeter ersetzt – aber vergesst die Grundlagen nicht.”
Grußworte aus Kommune und Politik
Bürgermeister Uwe Arndt begrüßte die Gäste im Schützenhof Ahlerstedt und machte deutlich, wie sehr sich der Beruf in den letzten Jahrzehnten verändert habe. Aus eigener Erfahrung schilderte er den Wandel von überschaubarer Mechanik hin zu hochkomplexer Elektronik. Gleichzeitig warnte er vor Fachkräftemangel und unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks: Ohne gut ausgebildete Handwerker:innen funktioniere weder Landwirtschaft noch Alltag.
Die Festansprache hielt Birgit Butter, Landtagsabgeordnete (CDU). Sie gratulierte 57 von ursprünglich 66 Prüflingen zur bestandenen Gesellenprüfung und hob besonders hervor, dass der Beruf immer vielfältiger werde – auch für Frauen. Butter erinnerte daran, dass moderne Landwirtschaft ohne funktionierende Technik nicht denkbar sei. Mit Blick auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation sagte sie: „Unser Land braucht Menschen, die nicht nur reden, sondern machen.“
Prüfung, Freisprechung und besondere Leistungen
Lehrlingswart Andreas Pape und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Jörn Grothmann gaben einen ausführlichen Rückblick auf die Gesellenprüfung. Theorie und Praxis verlangten den Prüflingen einiges ab: von Funktionsanalysen über Hydraulik- und Elektronikaufgaben bis hin zu komplexer Fehlersuche an Dieselmotoren. Grothmann betonte, wie konzentriert und professionell die Prüfungen verlaufen seien.
Mit der offiziellen Freisprechung wurden die Absolvent:innen anschließend aus dem Ausbildungsverhältnis entlassen. Altgeselle Wilfried Buck übernahm sie feierlich in den Gesellenstand.
Besondere Anerkennung gab es für herausragende Leistungen: Jan-Kristian Claassen und Thees Ditrich erzielten nicht nur Bestnoten in der Gesellenprüfung, sondern auch einen Berufsschulabschluss mit der Gesamtnote 1,0.
Stimmen aus dem Gesellenjahrgang
Pia-Sophie Dora (23, Niendorf, Ausbildungsbetrieb: Fricke Landmaschinen) beschreibt ihren Beruf als echten Allrounder. Aufgewachsen mit Bezug zur Landwirtschaft, entschied sie sich bewusst für die Land- und Baumaschinentechnik.
„Von Mechanik bis Software – man muss alles können“, sagt sie. Besonders reizen sie Elektrik, Lenksysteme und die Arbeit rund um die Ernte. Für die Zukunft wünscht sie sich vor allem Gesundheit, Zufriedenheit und ein gutes Leben.
Jan-Kristian Claassen (23, Wittmund, Ausbildungsbetrieb: Heinrich Schröder Landmaschinen Ahlerstedt) ist im elterlichen Betrieb groß geworden. Nach dem Abitur und einem Auslandsjahr in den USA war für ihn klar, wohin der Weg führt.
Moderne digitale Landwirtschaft und der direkte Kundenkontakt begeistern ihn besonders. Sein Ziel ist klar: Meisterschule, Einstieg in den Familienbetrieb und langfristig Verantwortung übernehmen. „Verwurzelt, modern und wahnsinnig abwechslungsreich“ – so fasst er seinen Beruf zusammen.
Thees Ditrich (23, Bevern bei Bremervörde, Ausbildungsbetrieb: Heinrich Schröder Landmaschinen, Hemmoor) wusste früh, dass er Land- und Baumaschinenmechatroniker werden will. Abwechslungsreich, anspruchsvoll und nie langweilig – so beschreibt er seinen Arbeitsalltag zwischen Werkstatt und Außendienst. Neben dem Beruf engagiert er sich ehrenamtlich in der Jugendfeuerwehr und im plattdeutschen Theater. Auch für ihn steht fest: Die Meisterschule ist der nächste Schritt.
Dank und Ausblick
Zum Abschluss dankte Obermeister Peter Brockmann allen, die zum Erfolg der Ausbildung beigetragen haben: den Ausbildungsbetrieben, den Ausbilderinnen und Ausbildern in den Werkstätten, den Lehrkräften an den Berufsbildenden Schulen sowie den ehrenamtlichen Prüfern. Gerade das Zusammenspiel aus Betrieb, Schule und überbetrieblicher Ausbildung sei ein entscheidender Erfolgsfaktor, um junge Menschen fachlich wie persönlich auf das Berufsleben vorzubereiten.
Brockmann machte zudem deutlich, dass die Freisprechung nicht nur ein formaler Akt, sondern ein bewusster Übergang sei: vom Auszubildenden zur Fachkraft, vom Lernen zum verantwortlichen Handeln. Mit dem Gesellenbrief in der Hand beginne ein neuer Abschnitt, der Mut, Neugier und Einsatzbereitschaft verlange. Gleichzeitig sei der Gesellenstand ein starkes Netzwerk, das trage und verbinde.
Auch der Blick nach vorn fehlte nicht. Die Land- und Baumaschinentechnik stehe vor großen Aufgaben: Digitalisierung, alternative Antriebe, Präzisionslandwirtschaft und nachhaltige Bewirtschaftung veränderten den Berufsalltag rasant. Für die jungen Gesellinnen und Gesellen bedeute das vor allem eines: hervorragende Perspektiven. Wer bereit sei, sich weiterzuentwickeln, Verantwortung zu übernehmen und mit der Technik zu wachsen, habe beste Chancen auf eine langfristige, sichere und erfüllende berufliche Zukunft.
Mit einem Augenzwinkern und dem Verweis auf den nun folgenden gemütlichen Teil des Abends entließ Brockmann die neuen Gesellen schließlich in den Feierabend – und in einen Beruf, der weit mehr ist als ein Job: ein Handwerk mit Haltung, Sinn und Zukunft.
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Für die Presse – Quelle: www.moin-handwerk.de











