Foto: Die vier Junggesellen eingerahmt durch Innungsmitgliedern, Prüfungsausschuss und Berufsschullehrer*innen.
Stade, 29. August 2025 – Im Gasthof Vier Linden Stade erlebte die Schornsteinfeger-Innung Stade für den Elbe-Weser-Raum einen ihrer wichtigsten jährlichen Momente: die Freisprechung ihrer neuen Gesellen. „Das Allerbeste war heute Morgen die Nachricht: Alle haben bestanden!“, rief Obermeister Heinrich Brand den Gästen zu. Auch der Prüfungsausschuss sprach den jungen Handwerkern Mut zu: „Bleibt stolz auf das, was ihr geschafft habt – und bleibt dem Handwerk treu.“
Wenn die Lade geöffnet wird
Es ist ein Ritual, das seit Generationen Bestand hat: Vor der Übergabe der Gesellenbriefe wird die Lade geöffnet und eine Kerze entzündet. Ein stiller Moment, in dem Gespräche eingestellt und Nebensachen ausgeblendet werden. „Ab jetzt zählt nur noch der feierliche Akt“, erklärte Brand und stimmte die Gäste auf die nun folgenden traditionellen Programmpunkte ein. Die Schmuckbriefe wurden verlesen, feierlich übergeben – und vier junge Schornsteinfeger durften ihre Zylinder als Zeichen der neuen Freiheit zurechtrücken.
Worte, die bleiben
Neben Obermeister Brand kamen auch Mitglieder des Prüfungsausschusses zu Wort. Sie erinnerten daran, dass die Ausbildung zwar abgeschlossen sei, das Lernen aber weitergehe: „Die nächsten Schritte werden immer neue Herausforderungen bringen. Aber ihr habt gezeigt, dass ihr sie meistern könnt.“
Brand betonte zudem, dass alle Absolventen bereits ihre berufliche Zukunft im Blick haben: „Es ist schön zu wissen, dass niemand ins Leere fällt – alle vier haben Arbeit oder klare Pläne. Das ist das Wichtigste.“
Vier junge Gesellen starten durch
Nach drei intensiven Jahren im Betrieb und an der Berufsschule hielten sie nun ihre Gesellenbriefe in den Händen:
- Max Peters, Vollersode – gelernt bei Joachim Bruns, Schornsteinfegermeister, Hambergen
- Marcel Couball, Grasberg – gelernt bei Kai-Christian Henning, Schornsteinfegermeister, Worpswede
- Lukas Kurgan, Grasberg – gelernt bei Burkhard Hein, Schornsteinfegermeister, Lilienthal
- Mika Silas Dammann, Hagen im Bremischen – gelernt bei Sören Staats – Schornsteinfeger Meisterbetrieb, Hagen im Bremischen
Mika Dammann: „Eine große Familie – das hat mich überzeugt“
„Ich mag diese Kultur, die Outfits, dieses Gefühl, dass wir eine große Familie sind, in der jeder jeden kennt“, sagt Mika Dammann (18) aus Hagen im Bremischen. Sein Weg ins Handwerk begann früh – der Nachbar war Schornsteinfeger, ein Praktikum überzeugte ihn, und schon in der 7. Klasse stand fest: Das wird mein Beruf.
Seine Zukunft sieht er klar vor Augen: „Ich bleibe bei meinem Chef, in zwei, drei Jahren will ich den Meister machen – und vielleicht irgendwann den Betrieb übernehmen.“ Bis dahin genießt er die Arbeit auf dem Dach: „Gerade bei gutem Wetter ist es das Schönste, aufs Dach zu steigen, zu fegen und die Aussicht zu genießen.“
Marcel Couball: „Der Beruf hat mich aus der Schüchternheit geholt“
Marcel Couball (20) aus Grasberg probierte zuerst die Elektriker-Ausbildung, doch erst das Praktikum beim Schornsteinfeger brachte den Funken. „Das war entspannt, abwechslungsreich – und die Menschen sind einfach super. Da wusste ich: Das ist mein Beruf.“
Am liebsten steht er hoch oben, den Besen in der Hand: „Die Aussicht vom Dach ist unbezahlbar.“ Er möchte als Geselle weitermachen, vielleicht in verschiedenen Kehrbezirken. „Mir macht das Spaß – und ich könnte mir vorstellen, das lange zu machen.“
Was er besonders schätzt, ist der Kontakt zu Menschen: „Wir sind am Tag in zehn, zwölf Häusern unterwegs. Man lernt dauernd neue Leute kennen, kommt ins Gespräch. Früher war ich richtig schüchtern – das habe ich durch den Beruf komplett abgelegt. Heute kann ich mit jedem schnacken.“
Ein Handwerk mit Haltung
Die Freisprechung zeigte einmal mehr, wie stark das Schornsteinfegerhandwerk seine Traditionen pflegt – und gleichzeitig jungen Menschen neue Perspektiven gibt. „Mit solchen Gesellen wie heute, haben wir die Zukunft im Blick.“
Hinweis zu den Bildern
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